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Totenehrung Wir gedenken im 65. Jahr nach den ersten Fluchtbewegungen in Liebe und Ehrfurcht unserer Toten – unserer Vorfahren – unserer Väter und Mütter, unserer Schwestern und Brüder, die in unserer angestammten ostpreußischen Heimat und den anderen Vertreibungsgebieten ihre ewige Ruhe fanden. Wir gedenken derer, die in den letzten Kriegen mit ihrem Leib die Heimat schirmten, Flüchtende retteten und deren Gräber zerstreut, mit und ohne Namen, fern der Heimat, in fremden Landen liegen. Wir gedenken eindringlich derer, die in den letzten Kriegstagen keinen Ausweg mehr sahen und aus Furcht, Verzweiflung, Not, Qual und Schändung ihr Leben selber beendeten. Wir gedenken aber besonders der zahllosen Landsleute, die als Opfer einer grausamen, hasserfüllten Austreibung in der Heimat oder auf der Flucht in den rettenden Westen ihr Leben lassen mussten. Wir gedenken auch der Menschen, die nach Flucht und Vertreibung, nach den entbehrungsreichen Jahren des Aufbaus und der Eingliederung in West- und Mitteldeutschland beerdigt wurden. Sie haben vergeblich auf die Gewährung des Menschenrechtes auf die Heimat gewartet. Wir gedenken in Dankbarkeit der verstorbenen heimatverbliebenen Bürger Nordrhein-Westfalens, die in den ersten Nachkriegsjahren durch ihr Zusammenrücken und ihre Hilfe uns einen Neuanfang in einem von großen Kriegsschäden gezeichneten Land ermöglichten. Wir gedenken ganz besonders der verstorbenen Frauen und Männer, die sich in den letzten sechzig Jahren in Nordrhein-Westfalen für diese Landesgruppe der Landsmannschaft Ostpreußen eingesetzt und sich um ihren Zusammenhalt bemüht haben. Wo sie auch ruhen mögen, hier im Land Nordrhein-Westfalen, in fremder Erde, auf den Feldern der Heimat, in den Fluten des Frischen Haffs oder der Ostsee, sie bleiben in Liebe und Treue unseren Herzen nahe und verpflichten uns, um der Gerechtigkeit willen, im friedlichen Einsatz um die Heimat und die Wiedergutmachung des Vertreibungsunrechtes nicht zu erlahmen. Unser verbleibendes Leben aber steht im Zeichen der Hoffnung auf Frieden und Freiheit, Gerechtigkeit, Ausgleich und Versöhnung.
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