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Heinke Braß, Landesfrauenreferentin der LO-NRW verstorben

Am 29./30. März 2008, anlässlich der Stadtvertretersitzung der Stadtgemeinschaft Königsberg (Pr) in Mülheim an der Ruhr, überreichte die Frauenreferentin der  Lan-desgruppe NRW, Heinke Braß, das Ehren- und Verdienstabzeichen der Landesgrup-pe an Lorenz Grimoni.Landesgruppe – Am 17. Juli 2010 hätte Heinke Braß, die Landesfrauenreferentin von Nordrhein-Westfalen, ihren 70. Geburtstag gefeiert. Doch dazu kam es nicht mehr. Sie erlag am 5. Juli einer Krankheit, gegen die sie zwei Jahre lang mit bewundernswerter Energie gekämpft hatte. Die Landesgruppe verlor ein langjähriges Vorstandsmitglied und eine engagierte und kompetente Landsmännin. Heinke Braß war gebürtige Königsbergerin, und sie blieb ihrer Vaterstadt verbunden bis zu ihrem letzten Atemzug. Sie gehörte der Stadtvertretung der Stadtgemeinschaft Königsberg an und hatte im Vorstand das Amt des Schatzmeisters inne. In der Sommerausgabe 2010 des Königsberger Bürgerbriefes machte der Stadtvorsitzende Klaus Weigelt noch deutlich, dass es ohne Heinke Braß gar nicht ging. „Heinke Braß hat uns auf der Tagung der Stadtvertreter wieder einmal bewiesen, dass es nicht nur hilfreich, sondern einfach lebensnotwendig ist, die Finanzen in Ordnung zu halten; und das ist ihr ganz persönliches Qualitätsmerkmal.“ Nun muss es ohne sie gehen. Seit 1983 hatte sie das Amt der Landesfrauenreferentin inne. Sie folgte darin ihrer Tante Gertrud Heincke, Ehefrau von Dr. Hanswerner Heincke, des langjährigen Kulturreferenten der Landesgruppe NRW. Jahrelang waren die Frauentagungen unter ihrer Leitung eine interessante und gern genutzte Möglichkeit zur Weiterbildung und zum Informationsaustausch. Zwei Tagungen im Jahre, eine Frühjahrs- und eine Herbsttagung, gehörten zum Programm der Landesgruppe. Später legte man die Kultur- und Frauentagung zusammen. Unermüdlich betreute Heinke Braß ihre Gruppen. Obwohl sie voll berufstätig war, lehnte sie kaum ab, wenn sie zu einem Besuch oder zu einem Vortrag eingeladen wurde. Dann sprach sie über den Deutschen Orden, über den Astronomen Bessel oder über ostpreußische Bräuche, um nur ein paar ihrer vielen Themen zu nennen. Besondere Freude machte sie den Landsleuten, wenn sie über ihre Reise in die Heimat berichtete. Als sie schon gegen ihre Krankheit kämpfte, nahm sie noch an Jubiläumsfeiern teil, so in Gütersloh an der Feier zum 60jährigen Bestehen. Und sie kam zu den Sitzungen und Tagungen der Landesgruppe, einmal direkt im Anschluss an eine Behandlung im Krankenhaus. In ihrem Verhalten war sie unverändert, diskutierte, referierte, machte Notizen und nahm an allen Programmpunkten und Gesprächen teil wie eh und je. Alle waren glücklich darüber und davon überzeugt, dass sie mit ihrer großen Energie noch viel schaffen würde. Wenn ihr Platz in der Vorstandssitzung nun leer bleibt, fehlt nicht nur eine tüchtige, engagierte und kompetente Mitarbeiterin. Es fehlt auch eine gebürtige Ostpreußin, die wirklich aus Königsberg stammt und sich noch an die Königsberger Stadtmusik und die Bläser am Heiligen Abend erinnern konnte. Auch im Bernsteinzimmer war sie als Kind, „aber damals natürlich noch so klein und so blöd, dass ich nicht viel mitbekommen habe“, lautete ihre Version, wenn sie davon erzählte. Ganz genau aber erinnerte sie sich an Agnes Miegel, bei der sie sich während ihrer Schulzeit aus organisatorischen Gründen eine Zeitlang aufhielt. „Und einmal im Advent habe ich das ganze Marzipan aufgegessen, das sie mir anboten. Ich wusste nicht, dass das so mühsam zu machen war. Und es schmeckte so gut!“ Agnes Miegel  hatte dafür bestimmt volles Verständnis, und Heinke lud während ihrer Tätigkeit im Schuldienst – sie unterrichtete 27 Jahre lang Mathematik, Biologie und Physik am Gymnasium Brackwede – jedes Jahr im Advent ihre Schülerinnen und Schüler zu sich nach Hause ein und backte mit ihnen  Königsberger Marzipan. Heinke Braß hielt Ostpreußen lebendig. Mit ihr haben wir wieder ein Stück Ostpreußen verloren. - (Bärbel Beutner)

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Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt, Ausgabe 30/10 v. 31.07.2010


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Stand: 18. August 2010